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Aus dem Archiv von Bad Abbach
Neues von Archivar Dr. Alfons Kraus
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Volksschule in Bad Abbach für die Kriegs- und Nachkriegs Generation (1940-1948)

Nun ist wieder die Zeit angebrochen (2012), in der in Bayern Tausende von  Familien gerade Antwort auf die bange Frage erhielten, ob ihr Kind für den Besuch einer weiterführenden  Schule geeignet ist oder nicht. „Übertrittszeugnis“ heißt der  Berechtigungsschein, zu dessen Erwerb den Eltern und betroffenen Kindern in vielen Fällen der Mut zum Neuanfang  fast ausgetrieben worden ist.

Zu meiner Zeit wusste man es auch so, ob ein Kind geeignet ist oder nicht – ohne die verordnete Schikane. Man meldete das Kind  zur Aufnahmeprüfung am Gymnasium an , und dort  stellte sich heraus, wie die Aktien standen.

Wie soll unsere Elementarschule künftig strukturiert sein? ist eine immer aktuellere Frage. Gibt es eine Möglichkeit, wie wir unseren Kindern und Enkelkindern nicht schon so früh die Freude am Leben vermiesen müssen?

 
Neues von Dr. Alfons Kraus
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(Bad) Abach im Landkreis Kelheim

Für die Zusammengehörigkeit von Abbach und Kelheim besteht eine lange Tradition:

Ludwig der Kelheimer (Ludwig I.) löste 1224 Abbach mit dem Burgberg und die umliegenden Orte aus den Gebieten der Grundherrschaft Prüfening heraus. Abbach gehörte damit nach Niederbayern mit dem Mittelpunkt Landshut, im Gegensatz zur Oberen Pfalz mit dem Zentrum Regensburg. Damals entstand eine grundlegende Bindung Abbachs an Altbayern. Dies hatte verschiedene Gründe: Das Mautamt in Abbach, das für den Donauhandel zuständig war, die strategisch hervorragende Lage, politische Gründe, wie der Untergang von Grafschaften und der daraus resultierende Wille zur Einigung des Herzogtums der Wittelsbacher. Seitdem gehört Abbach zum festen Bestandteil der Wittelsbachischen Einfllussspäre. Ludwig I. bevorzugte durch die Verlegung des Landgerichtes hierher Abbach sogar vor Kelheim

1803- 1810, bei der Säkularisation und in der Napoleonischen Zeit, wurde das Landgericht Abbach aufgelöst und nach Kelheim verlegt. Das Landgericht Abbach wurde vom LG Kelheim absorbiert. Daraus entstand eine weitere Bindung. Durch die Eingliederung Abbachs und Kelheims in den Regenkreis in der Nach- Napoleonischen Zeit, bestand vorübergehend eine Einbindung nach Straubing und Regensburg, die aber keinen Bestand hatte. Innerhalb des Landgerichtsbezirks Kelheim entwickelte sich das Bezirksamt Kelheim und später der Kreis Kelheim. Die Zugehörigkeit (Bad) Abbach zu Kelheim, die natürlich gewachsen war, wurde nie hinterfragt.

In der Zeit der Gemeindegebietsreform um 1972 entstanden andere Neigungen, die aus der wirtschaftlichen Entwicklung des Raumes Regensburg resultierten.1971 wurden in Bad Abbach die Bürger befragt, ob sie beim Landkreis Kelheim bleiben , oder nach Regensburg umgegliedert werden wollten. Es wurden starke Bestrebungen nach Regensburg konstatiert. (Siehe MZ 16.08.1971.) Dass dieses Begehren nicht exekutiert wurde, dafür waren starke damalige Kräfte verantwortlich. Der Gemeinderat von Bad Abbach stimmte mit 7:6 Stimmen für den Verbleib im Landkreis Kelheim . Treibende Kraft war Arno Seidl-Schulz, mit ihm andere Freie Wähler, wie Bürgermeister Emil Karl, Otto Windl, Adolf Angrüner, Josef Manglkammer. Ein Befürworter für den Verbleib war natürlich Landrat Bauer in Kelheim, der zu Innenminister Merk sehr gute Beziehungen hatte.

Der Planentwurf "Vorplanung im ländlichen Nahbereich, Kelheim und Bad Abbach" der Bayerischen Landessiedlungs GMBH München 1975 geht fest von "Kelheim und Bad Abbach im Landkreis Kelheim im Regierungsbezirk Niederbayern" aus. Damals spielten notwendige Infrastrukturmaßnahmen aus Anlass des Baues des Rhein-Main-Donau-Kanalls eine Rolle. Es sollte zu keinen "Zerschneidungsschäden" kommen. Zur "Lage im Raum" wird bemerkt: " Verwaltungsräumlich gehören die beiden Nahbereiche Kelheim und Bad Abbach zum Landkreis Kelheim im Regierungsbezirk Niederbayern. Planungsräumlich sind der Nahbereich Kelheim dem Mittelbereich Kelheim und der Nahbereich Bad Abbach dem Mittelbereich Regensburg zugeordnet, die beide in der Region 11 liegen.(...) "

Es wurde also bereits erkannt, dass nach Regensburg starke Neigungen bestanden, aber in der Begründung der Förderprogramme gehörte Bad Abbach immer weiter zum Landkreis Kelheim.

Am Mittwoch 19.Mai 1976, nach Fertigstellung des Entwurfs zur Vorplanung im ländlichen Nahbereich, fand in Bad Abbach um 9.00 Uhr im Gasthaus Zirngibl zur Sache ein Behördentermin statt, bei dem heftig gestritten wurde, sich aber nichts mehr änderte.

Nach meiner Meinung handelte es sich in der ganzen Frage um ein Politikum, wobei in Kelheim (Bauer/CSU) und in Regensburg /Stadt (Schlichtinger/SPD) verschiedene politische Richtungen zu Gange waren. Im ausschlaggebenden Landkreis Regensburg stand zwar der CSU- Mann Deininger als Landrat an der Spitze, aber dieser soll sich gegen die Aufnahme Bad Abbachs in den Landkreis Regensburg gewehrt haben, weil Bad Abbach seinerzeit, wie schon so oft, sehr verschuldet gewesen sein soll.

Landkreis Kelheim

Planungsstand 1975

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(Aus BLS, Vorplanung im ländlichen Nahbereich – Kelheim und Bad Abbach. München 1975 A, S. 39)

 
Neues von Dr. Alfons Kraus
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Das Verhältnis der Generationen zu einander bis in die 1970 er Jahre

Mir graut davor, wenn ich daran denke, was aus mir wird, wenn ich noch älter und vielleicht allein und hilflos bin. Wollten sich meine Kinder auch fürsorglich um mich kümmern, stehen Welten dagegen! Diese heißen räumliche Entfernung, Beruf, Finanzen und Verbindlichkeiten verschiedener Art.

Was bleibt mir zuletzt übrig? Ich wage nicht, es auszusprechen Das Altersheim? Die Hospiz Einrichtung?

Seit meiner Kindheit und Jugendzeit vollzog sich in der Soziologie der Familie, in den für sie geltenden ethischen Normen, in den gegenseitigen Beziehungen, Abhängigkeiten, Regeln und Rücksichten ein Wandel, der dem Wandel der Gesellschaft entspricht. Dieser wiederum ist verursacht und geprägt durch Industrialisierung, Automation, Emanzipation, Zivilisation, Liberalisierung und Desorientierung.

 
Neues von Dr. Alfons Kraus
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Gemeindliche Ämter in der bäuerlichen Struktur Abbachs – Hirten, Flurwächter, Nachtwächter, Gemeindediener etc. (19. Jahrh.)

In den verflossenen 200 Jahren hat sich in Deutschland, Bayern und (Bad) Abbach ein unglaublicher Strukturwandel vollzogen: Der industrielle Wachstumsprozess bewirkte den Übergang von der Agrar- zur Industrie- und weiter zur Dienstleistungsgesellschaft. Die freigesetzten Arbeitskräfte mussten im sekundären, oder gar tertiären Sektor eingesetzt werden.

Viele gemeindliche Dienst-Ämter, wie Nachtwächter, Flurwächter, Laternenanzünder, Ratsdiener, Totengräber, Leichenfrau, Fleischbeschauer, haben sich durch moderne private oder öffentliche Dienstleistungen und Medien erübrigt. Dem Wortsinn entsprechend gibt es z.B. den Hirten (im Dialekt „Hirt“) vielleicht noch im Allgäu und in der Schweiz, besonders aber in Ländern mit retardierter Zivilisation. Bei uns in Abbach erschien die Position des Gemeindehirten 1922 schon nicht mehr in der Ämterliste. Früher gab es fast keine ländliche Gemeinde ohne die allerwichtigsten Positionen des Groß- und Kleinhirten.

 
Neues von Dr. Alfons Kraus
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Religiöse Erziehung und Praxis in den 1940er Jahren in Bad Abbach

Ich will auch einmal etwas für die an Religion und Kirche Interessierten tun, weil religiöse Themen gelegentlich auch mit der Geschichte des Ortes zu tun haben und deshalb nicht verschwiegen werden dürfen. Es soll das gesamte Lokalkolorit der damaligen Zeit dargestellt werden:

Wir Schul- und Kindergartenkinder besuchten fast alle den sonntäglichen Gottesdienst. Die Kleinen noch in Begleitung der Eltern. Da waren die Kirchen noch voll! Meistens gingen wir ins Amt um 10.00 Uhr. Dieses dauerte aber sehr lang und stellte die Geduld unzumutbar auf die Probe. Der Kirchenchor sang feierliche lateinische Ämter. Was sie da sangen, verstanden nur ein paar erlauchte Personen. Die Frau Röhrl-Sattlerin und die Frau Franziska Zellner strapazierten ihre ältlichen Stimmbänder, und auf der Orgel spielte unser Hauptlehrer Karl Heinrich oder Sepp Marchner oft ein schrilles Stakkato, was vom unregelmäßigen Orgeltreten herkam oder von diversen Defekten am Orgelwerk. Es war oft zum Erschrecken!

 
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