Beim Wahlkampfauftakt der Landkreis-SPD steht Zusammenarbeit mit Bürgermeistern im Mittelpunkt
Wahlkampfauftakt  der Landkreis SPD (Foto: SPD-Landkreis Landshut)Wahlkampfauftakt der Landkreis SPD (Foto: SPD-Landkreis Landshut)
Wie das Miteinander in der kommunalen Familie funktionieren kann, machten die Sozialdemokraten beim Wahlauftakt in Buch am Erlbach deutlich. Denn gute Landkreispolitik setzt die Rahmenbedingungen für gelingende Politik vor Ort in den 35 Gemeinden, machte stellvertretende Landrätin Christel Engelhard deutlich. Ihr oblag es, im Talk mit den Bürgermeisterkandidaten die Schwerpunkte herauszuarbeiten, die die Landratskandidatin Ruth Müller am Schluss zu einer Landkreisaufgabe zusammenfasste.
Die Bürgermeisterkandidatin Sabine Gröger legte als Lokalmatadorin ihren Schwerpunkt auf die sozialen Aspekte in ihrer Gemeinde. „Buch am Erlbach soll Heimat bieten für alle Generationen, dazu braucht es ein gutes ärztliches Angebot, die Schule am Ort und eine hervorragende Kinderbetreuung“. Einig war sie sich mit Ergoldings Bürgermeister-Kandidat Joachim Czichon, dass der soziale Wohnungsbau und eine nachhaltigere Baulandnutzung im neuen Jahrzehnt mehr Priorität bekommen müssen. Während Peter Forster als Bürgermeister von Neufahrn den Rathaussessel verteidigen möchte und auf seine Schwerpunkte im Bereich einer verbesserten Bahnanbindung an Regensburg und einen Ausbau der Nahversorgung verwies, war Sebastian Hutzenthaler, der in der Nachbargemeinde Ergoldsbach Rathaus-Chef werden möchte, die interkommunale Zusammenarbeit ein wichtiges Anliegen: „Unsere beiden Gemeinden könnten viel schlagkräftiger werden, wenn sie künftig an einem Strang ziehen, was Gewerbeansiedlung, Jugendarbeit und Nachbarschaftshilfen betrifft“. Zudem wolle er bei Entscheidungen der Gemeinde die Bürger rechtzeitiger und besser einbinden als es bisher der Fall sei. Christine Erbinger, die in Hohenthann als Bürgermeisterkandidatin antritt, legte ihren Schwerpunkt auf den Bereich der erneuerbaren Energien: „Klimaschutz, Nachhaltigkeit und der sinnvolle Umgang mit unseren Ressourcen muss eine größere Rolle als bisher in der Gemeinde spielen, wenn wir auch im Sinne der künftigen Generationen verantwortungsvoll handeln wollen“.
Die Stärkung der Innenstadt ist Sibylle Entwistle, die in Vilsbiburg als Bürgermeisterin antritt, ein wichtiges Anliegen: „Der Einzelhandel vor Ort muss unterstützt werden, damit die Attraktivität unserer Stadt steigt und die Aufenthaltsqualität verbessert wird“. Als wichtigstes Ziel sieht Altdorfs Bürgermeisterkandidat Hans Seidl die Umsetzung des Hochwasserschutzes und einer verbesserten Kommunikation des Rathauses mit den Bürgerinnen und Bürgern. „Auch bei uns gibt es viele unerledigte Baustellen“, nannte Josef Bracher, der in der Nachbargemeinde Bruckberg kandidiert, mit dem Radwegebau und dem fehlenden Kultur- und Freizeitangebot einige Punkte, die er anpacken möchte. Und Stefan Werner, der als Adlkofener nah an der Stadt Landshut wohnt, war es ein Anliegen, dass sich diese Nähe auch endlich bei einem verbesserten ÖPNV-Angebot auswirkt. „Es kann doch nicht sein, dass in der Stadt Landshut nur über den Umweg Hauptbahnhof die anderen Gemeinden erreichbar sind“. Einig waren sich alle Bürgermeisterkandidaten, dass der Wohnungsbau und der ÖPNV unabhängig von der Lage und der Größe der jeweiligen Kommune wichtige Zukunftsthemen sind. Die Landratskandidatin Ruth Müller untermauerte diese beiden Forderungen auch mit konkreten Beispielen: So habe die SPD im Landkreis Landshut beantragt, Modellregion für das 365-Euro-Ticket für Schüler, Auszubildende und Studierende zu werden, was die Mehrheit im Kreistag allerdings abgelehnt habe. Und in Sachen bezahlbarer Wohnraum habe man schon 2016 dafür geworben, auf Landkreis-Ebene in den sozialen Wohnungsbau einzusteigen. „Hier muss ein Landrat seinen Einfluss auf seine Minister geltend machen, damit endlich gehandelt werden kann“, so Müller. „Unser Landkreis ist Zuzugsregion und deshalb können wir es uns auch nicht leisten, hier nicht zu handeln“. Die Sozialdemokraten hätten es auch gerne gesehen, wenn eine klare Entscheidung für ein neues Schulzentrum bestehend aus Gymnasium und Realschule getroffen worden wäre: „Die Schülerprognose fordert uns zum Handeln auf“, betonte Müller. „Wenn wir jetzt nicht die ersten Schritte unternehmen, werden wir schon bald über Container-Lösungen an den Schulen diskutieren. Unter guten Bildungschancen verstehen wir etwas anderes.“
In seinem Schlusswort dankte der scheidende Bürgermeister Franz Göbl für die gute Zusammenarbeit und wünschte allen Berufskollegen, dass sie stets gute Ansprechpartner für die Interessen der Bürger seien. Als Kreisrat war es ihm auch noch ein Anliegen, auf die aktuelle Krankenhaus-Diskussion einzugehen: „Wir haben drei hervorragend aufgestellte Krankenhäuser, die unterschiedliche Kompetenzen haben und die medizinische Versorgung in der Fläche unseres Landkreises sichern“. Jeder Patient soll wohnortnah ein Krankenhaus erreichen können, sei die Grundhaltung der Sozialdemokraten im Landkreis Landshut. „Und wir lassen auch nicht zu, dass unsere Krankenhäuser privatisiert werden“, bekräftigte Müller. Denn wir als Politiker fühlen uns für die Gesundheitsversorgung zuständig und wollen uns das nicht aus der Hand nehmen lassen.