Dr. Volker Herrmann übernimmt am 1. Juni die Leitung in Massing und Finsterau
Der neue Museumsleiter Dr. Volker Herrmann (l.) mit Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (Foto: Manuela Lang / Bezirk Niederbayern)Der neue Museumsleiter Dr. Volker Herrmann (l.) mit Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (Foto: Manuela Lang / Bezirk Niederbayern)
Die niederbayerischen Freilichtmuseen in Massing (Landkreis Rottal-Inn) und Finsterau (Kreis Freyung-Grafenau) bekommen einen neuen Chef. Dr. Volker Herrmann übernimmt zum 1. Juni 2020 die Leitung der beiden renommierten Museen. Herrmann wurde 1967 in Schwabach geboren und ist in Hilpoltstein/Mittelfranken aufgewachsen. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seit 2011ist er in der Schweiz in verschiedenen leitenden Funktionen beim Kanton Bern, Amt für Kultur und beim Archäologischen Dienst tätig.
Der neue Leiter der Niederbayerischen Freilichtmuseen absolvierte von 1988 bis 1994 in Bamberg ein Magisterstudium der Mittelalter- und Neuzeitarchäologie, Volkskunde, Denkmalpflege sowie Vor- und Frühgeschichte und von 1995 bis 1999 ein Promotionsstudium am Institut für Archäologische Wissenschaften ebenfalls in Bamberg. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der mittelalterlichen Entwicklung von Halle/Saale. Während seiner Studien hatte Herrmann bereits verschiedene Projektleitungen inne – etwa als Mittelalterarchäologe für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege an verschiedenen Einsatzorten in Nordbayern.
Ein sorgsamer Umgang mit dem kulturellen Erbe
Der neue Museumsleiter Dr. Volker Herrmann (Foto: Manuela Lang / Bezirk Niederbayern)Der neue Museumsleiter Dr. Volker Herrmann (Foto: Manuela Lang / Bezirk Niederbayern)Von 1999 bis 2003 leitete er das städtische Museum zum historischen Bauhandwerk in Hilpoltstein und baute dieses neu auf. In der Folgezeit leitete er unter anderem die Stadtarchäologie in Duisburg, bevor er in die Schweiz wechselte. Herrmanns fachliche Schwerpunkte sind die Bau- und Hausforschung (mittelalterlicher und neuzeitlicher Hausbau, Bauernhausforschung, Kirchenbau), die Kulturlandschaftsforschung (Wege, Siedlungsstrukturen, Interaktion von Wirtschaft und Landschaft) sowie die Stadtforschung. Dabei liegen ihm die Sensibilisierung der Menschen für die historisch gewachsene Kulturlandschaft in Stadt und Land sowie die gemeinsame Verantwortung für einen sorgsamen Umgang mit diesem kulturellen Erbe besonders am Herzen. Seiner neuen Aufgabe beim Bezirk Niederbayern sieht Dr. Volker Herrmann „mit Freude und Spannung“ entgegen: „Ich möchte alle Menschen mitnehmen und sie für unsere Geschichte begeistern.“
Träger der beiden Freilichtmuseen in Massing und Finsterau ist der Zweckverband Niederbayerische Freilichtmuseen mit Sitz in Landshut. Dem kommunalen Zweckverband gehören neben dem mehrheitlich beteiligten Bezirk Niederbayern die Landkreise Rottal-Inn und Freyung-Grafenau sowie die Marktgemeinden Massing und Mauth an. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich: „Heimatverbundenheit gibt Halt“
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich wünschte dem neuen Museumsleiter viel Glück und Erfolg bei der spannenden Aufgabe, die beiden Freilichtmuseen in die Zukunft zu führen.
„Das Bewusstsein dafür, dass das Alte nicht wertlos, sondern ein wertvoller Teil der Heimatgeschichte ist, ist nicht selbstverständlich. Es muss gepflegt und immer wieder deutlich gemacht werden. Nicht weil wir in Niederbayern rückwärts gewandt wären, sondern weil uns Niederbayern auszeichnet, dass wir uns mit unserer Heimat verbunden fühlen. Das schafft gerade in der heutigen globalisierten und digitalisierten Welt Orientierung und Halt“,
so Heinrich, der sich freut, einen „bestens qualifizierten Leiter für den traditionsreichen Zweckverband“ begrüßen zu können.
Das Freilichtmuseum Massing wurde 1969 als „Niederbayerisches Bauernhofmuseum Massing“ eröffnet und ist eines der ältesten seiner Art im Freistaat. Bauernhöfe aus dem Rottal, der Hallertau und dem Isartal eröffnen den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in das ländliche Leben vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Sie zeigen, wie die Menschen auf dem Land damals lebten und wie deren Arbeitsalltag aussah. Im Freilichtmuseum Finsterau, dem Museum für das ländliche Siedlungswesen des Bayerischen Waldes, gibt es neben typischen Bauernhöfen auch eine Dorfschmiede, eine Kapelle und ein Straßenwirtshaus.


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