Arbeitsgespräch zur Situation von Schülern und Lehrern

SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller (links) informierte sich bei der Rektorin der Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen, Gabriele Lechner, über die Umsetzung von Umsetzung von „Home-Schooling - Lernen zuhause “ (Foto: SPD-Niederbayern)SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller (links) informierte sich bei der Rektorin der Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen, Gabriele Lechner, über die Umsetzung von Umsetzung von „Home-Schooling - Lernen zuhause “ (Foto: SPD-Niederbayern)
„Wie funktioniert das „Home-Schooling - Lernen zuhause “ und welche Perspektiven gibt es für den Unterricht bis zum Ende des Schuljahres?“ – unter diesem Aspekt besuchte die Pfeffenhausener Landtagsabgeordnete Ruth Müller die Grund- und Mittelschule Pfeffenhausen in ihrer Heimatgemeinde in der ersten Woche nach den Osterferien. Durch Rektorin Gabriele Lechner bekam sie einen intensiven Einblick in die Umsetzung von „Home-Schooling - Lernen zuhause “ und die damit verbundenen Herausforderungen sowohl in technischer als auch emotionaler Weise.
„Wir hatten keine Zeit, die Schüler, die Eltern und Lehrer auf die veränderte Situation vorzubereiten“, erinnert sich Gabriele Lechner an Freitag, den 13. März. Um neun Uhr war die Pressekonferenz, gegen elf Uhr erschien das Schreiben aus dem Ministerium, auf dessen Grundlage sie einen Elternbrief erstellen musste, um die Schulfamilie über die Schulschließung nach dem Wochenende zu informieren Um 11.25 Uhr war für die ersten Grundschüler der Schultag beendet und sie mussten ihre Bücher und Informationen mit nach Hause nehmen. Über das Wochenende galt es ein Konzept für die „Schule daheim“ zu erstellen und zu vermitteln. „Wir haben Glück, dass wir mit unseren Lehrkräften, dem Elternbeirat und den Schülern eine sehr gute Erziehungspartnerschaft haben“, so Gabriele Lechner.
Die Elternbeiratsvorsitzenden und die Klassenelternsprecher übernehmen einige Funktionen, wie beispielsweise das Weiterleiten von E-Mails der Lehrkräfte an die Eltern im Klassenchat, zum Teil sogar das Einsammeln der Arbeitsblätter im Grundschulbereich und bringen es den Lehrerinnen zum Korrigieren über das Wochenende. Neben der Kontaktaufnahme per Internet und Email telefonieren die Lehrkräfte mindestens einmal pro Woche mit den Eltern und Schülern, um Aufgaben zu besprechen und die nächsten Schritte zu erklären. Die Lehrer-Eltern-Schüler-Beziehung und die emotionale Bindung liegen der Schule sehr am Herzen.
Ein großes Problem sei die unterschiedliche technische Ausstattung in den Familien, noch dazu, wenn mehrere Kinder da sind, die alle gleichzeitig auf den Computer und Drucker zugreifen sollen. Ganz zu schweigen von der teilweise mangelhaften Internet-Verbindung zu manchen Ortschaften im Einzugsbereich der Schule. Auch gebe es Eltern, die aus grundsätzlichen Überlegungen heraus gegen eine Internet-Nutzung ihrer Kinder sind. „Auf den Eltern lastet derzeit viel Arbeit, um zum Lernen zu motivieren, Lehrinhalte zu begleiten und dem eigenen Job gerecht zu werden“, berichtet Lechner aus den Rückmeldungen.
Dennoch gebe es sehr viele positive Rückmeldungen, da anerkannt werde, dass viel unternommen wird, um die ungewohnte Situation so gut wie möglich zu meistern. „In den letzten Jahren wurde viel über Digitalisierung in den Schulen gesprochen, die Schulen haben sich zusammen mit dem Sachaufwandsträger auf den Weg gemacht und nun muss vieles schneller umgesetzt und angewandt werden, als geplant“, so Lechner. Die Kommunikation mit den Schülern der Abschluss-Klassen laufe überwiegend digital – die Lehrkraft lädt zu einer Online-Konferenz ein und bespricht die Arbeitsaufgaben mit der Klasse. Wichtig sei es in Zukunft, den Informatik-Unterricht auszubauen um die digitale Kompetenz zu fördern, stellte Lechner im Gespräch fest. „Nur weil die Kinder am Handy chatten, an der Playstation zocken und Fotos teilen können, sind sie noch längst nicht in der Lage, Datei-Ordner anzulegen, Dokumente zu beschriften, einzuscannen oder Emails zu schreiben“.
Sorgen bereitet der Landtagsabgeordneten Ruth Müller die lange Abwesenheit von festen Strukturen für Schüler aus bildungsfernen Familien. „Hier ist zu befürchten, dass die bisher schwachen Schüler zu den Verlierern der Corona-Krise werden“, so Müller. Denn das bisherige „Home-Schooling- Lernen zuhause“ setze darauf, dass zum einen die technische Ausstattung daheim vorhanden sei, die finanziellen Möglichkeiten da sind, die Arbeitsblätter für die Rückmeldung an die Lehrkraft zu scannen, oder diese auszudrucken und den Kindern die entsprechende Hilfestellung und zeitliche Begleitung zu geben. „Wenn nun nächste Woche die Abschluss-Klassen zurückkommen, können wir das räumlich organisieren. Auch noch bei der Rückkehr der vierten Klassen“, so Lechner. Wie es aber gehen soll, halbe Klassen räumlich und personell und unter Berücksichtigung der strengen Infektionsschutzmaßnahmen aufzuteilen, wenn mehrere Jahrgänge zurückkommen, sei noch völlig unklar.

Janina Forster
Referentin im Bürgerbüro Ruth Müller, MdL
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