Landtagsabgeordnete ließ sich „Schule dahoam“ vorstellen
Der Schulleiter des Maristen-Gymnasiums in Furth im Landkreis Landshut, Christoph Müller, inforrmierte SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller über „Schule dahoam“ und die damit verbundene Digitalisierung des Schulbetriebes (Foto: SPD-Niederbayern)Der Schulleiter des Maristen-Gymnasiums im Furth im Landkreis Landshut, Christoph Müller inforrmierte SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller über „Schule dahoam“ und die damit verbundene Digitalisierung des Schulbetriebes (Foto: SPD-Niederbayern)
Das Maristen-Gymnasium in Furth ist seit vielen Jahren ein Vorreiter im Landkreis Landshut, was die Digitalisierung von Schule betrifft. Alle Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse sind mit Tablets ausgestattet, Schulbücher sind auf den mobilen Endgeräten der Kinder und Jugendlichen installiert – und es gab auch schon vor Corona viele digitale Kontaktmöglichkeiten innerhalb der Schulfamilie – auch auf den sozialen Netzwerken. „Trotzdem hat auch uns die Situation, von heute auf morgen 788 Schüler im Wesentlichen nur noch digital zu betreuen, natürlich ganz schön gefordert“, so Schulleiter Christoph Müller im Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Ruth Müller. Sie wollte erfahren, wie Schüler, Eltern und Lehrer mit den neuen Herausforderungen zurechtkommen und welche Planungen es für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs für die Q12 gibt.
„Gleich zu Beginn war uns klar, dass das „Mebis“ überfordert war, als sich Schüler aus ganz Bayern dort angemeldet haben. Aber: Dafür war „Mebis“ auch nicht geplant worden – „Mebis“ war und ist immer noch eine sehr gute und ausdifferenzierte Zusatz-Maßnahme für den regulären Unterricht“, so Müller. „Deshalb haben wir innerhalb von 2 Tagen nach Beginn der Schul-Schließung ein MGF-eigenes Moodle ins Leben gerufen, weil wir es für geboten hielten und weil wir mit Herrn Oliver Neumann, Lehrer am MGF, einen Mann haben, der das halt auch kann“, berichtet Schulleiter Müller. Zudem habe man die Kontaktmöglichkeiten für Schüler und Eltern sofort ausgeweitet und war am zweiten Tag voll arbeitsfähig – nach einer Woche habe man die Kommunikation aber wieder auf 2 Kanäle zusammengeführt. „Neben der Beschulung und der Bereitstellung von Unterrichtsmaterial ist aber auch die ständige Kommunikation mit allen Mitgliedern der Schulfamilie wichtig. Es geht um den Zusammenhalt! Gerade in schwierigen Zeiten wie jetzt“, stellt Schulleiter Müller fest. Die technische Ausstattung in den Elternhäusern sei unterschiedlich, die Möglichkeiten der Eltern, die Schüler zu unterstützen, ebenfalls. Ungefähr 95 Prozent der Schüler des MGF könnten, so Müller, am „Home-Schooling“ teilnehmen und sind mit ihren Lehrern ständig im Kontakt. Aktuell sind die Verantwortlichen am MGF dabei, nach drei Wochen #schuledahoam und nach zwei Wochen Osterferien auch die restlichen fünf Prozent in einen routinierten Online-Unterricht zu integrieren. „Auch für die Lehrkräfte war es eine Umstellung und eine Herausforderung zugleich, denn auch sie mussten beispielsweise erst lernen, den Unterrichtsstoff zu dosieren und zeitlich so zu dimensionieren, dass es methodisch und didaktisch förderlich ist – aber wir haben in sehr kurzer Zeit eine sehr steile Lernkurve hinlegen müssen, und wir haben das auch getan“, so Müller.
Damit neben dem Unterricht die soziale Komponente nicht zu kurz kommt, haben sich einige Lehrer besondere Online-Gruppen einfallen lassen: Neben dem „MGF-Cooking“, wo Rezepte und Bilder ausgetauscht und hochgeladen werden, gibt es eine Rätselecke, einen Sports-Club oder auch religiöse Meditationsangebote wie die „Tankstelle“ auf Moodle. Wenn nun am Montag die 67 Abiturienten in das Maristen-Gymnasium zurückkehren, werden sie eine irgendwie andere Schule vorfinden, als die, die sie am 13. März verlassen haben – auch da sei es wichtig, die Schüler emotional aufzufangen und zu begleiten. „Räumlich und organisatorisch schaffen wir das natürlich in unserem modernen und technisch top ausgestatten Gymnasium, auch wenn dann im nächsten Schritt evtl. die Q11 zurückkommen sollte“, so Müller. Wie es aber dann weitergehen könne, ist auch für den Schulleiter aktuell noch offen. „Das hängt maßgeblich auch davon ab, wie die Situation von den Experten eingeschätzt wird“.
Wichtig werde es sein, jenseits von Prüfungen und Noten zuerst einmal dafür zu sorgen, dass nach wie vor ein Gemeinschaftsgefühl, „unser MGF-Spirit“, so Müller, bestehen bleibe, Defizite bei einzelnen Schülern ausgeglichen werden und die Schüler ihre Tagesstruktur zurückbekommen, auf die sie sich seit Jahren verlassen haben. „Unsere Schüler und Lehrer freuen sich schon heute, wenn sie endlich wieder zurück an die Schule dürfen“, berichtet Christoph Müller von den Rückmeldungen. „Wir müssen die richtigen Lehren aus dieser Corona-Krise ziehen“, so die Landtagsabgeordnete Ruth Müller. In Zukunft müsse deutlich mehr Zeit und Geld in die Aus- und Fortbildung der Lehrer investiert werden und auch die Systembetreuung der Schulen müsse organisiert werden. „Die digitale Ausstattung der einzelnen Schulen dürfe nicht von der Finanzkraft einer Kommune und schon gar nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein, wenn Bildungschancen gerecht verteilt sein sollen“, so Ruth Müller.

Janina Forster
Referentin im Bürgerbüro Ruth Müller, MdL
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