Der Stab ist übergeben: Seit dieser Woche hat nicht mehr Niederbayern den Vorsitz des Präsidiums der Europaregion Donau-Moldau (EDM), sondern der tschechische Kreis Vysočina. Der bisherige Vorsitzende des Zusammenschlusses von sieben Regionen in Bayern, Österreich und Tschechien, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, hat die Aufgabe an Pavel Pacal, stellvertretender Kreishauptmann Vysočina, übergeben. „Sie haben die Messlatte hochgelegt, wir hoffen, dass wir diese Höhe erreichen können“, lobte Pacal seinen Vorgänger, präsentierte aber bei der letzten Präsidiumssitzung in Niederbayern am Mittwoch in Oberteisbach (Lkrs. Dingolfing-Landau) bereits eine Fülle von Ideen.
Die Europaregion Donau-Moldau wurde gegründet, damit der ländliche Raum in den Grenzregionen mit den Metropolregionen Schritt halten kann. Angesichts der in Brüssel endenden Förderperiode ist bei der letzten Präsidiumssitzung beschlossen worden, eine neue Rechtsform, nämlich die eines Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ), zu prüfen. Ein EVTZ hätte, so Dr. Heinrich, den Vorteil, künftig beim durch den Wegfall des große EU-Nettozahlers Großbritannien in den Genuss weiterer Fördermittel für den Grenzraum zu kommen, die sonst so nicht möglich wären. Heinrich nannte die Tatsache, dass das Präsidium beschlossen hat, die offenen Fragen zu einer möglichen Gründung eines EVTZ zu klären, als einen Meilenstein seiner Amtszeit. Hierzu finden auch in Kürze mehrere Gespräche in Brüssel statt, um Chancen und Risiken auszuloten und abzuwägen.
von links: Diese Woche wechselte der Vorsitz des Präsidiums der Europaregion Donau-Moldau: Der neue Vorsitzende Pavel Pacal erhielt zur Amtsübergabe einen Apfelbaum vom scheidenden Vorsitzenden Dr. Olaf Heinrich, seinem Stellvertreter Franz Meyer und Regierungspräsident Rainer Haselbeck. (Foto: Bezirk Niederbayern)
Ferner nannte Heinrich als markante Punkte im Jahr des Vorsitzes 2017, dass es gelungen sei, sich auf zwei Schwerpunktthemen für die Europaregion festzulegen, die dafür umso mehr in die Tiefe gehen sollen. Diese lauten „Stärkung und Bewertung des EDM-Wirtschaftsraumes“ und „Die EDM als attraktive Region für Jung und Alt.“ Erste Schritte sind hier schon erfolgreich unternommen worden. Vysočina werde zudem heuer den Jahresschwerpunkt „EMD – eine aktive und zusammenhaltende Region“ bearbeiten.
Dazu präsentierte der neue Präsidiumsvorsitzende Pavel Pacal erste Ideen: „2018 fokussieren wir uns auf die Entwicklung von kleinen Gemeinden, denn ihnen muss unter die Arme gegriffen werden. Die Herausforderungen sind groß.“ So solle ein Wettbewerb „Gemeinde des Jahres der EDM“ ins Leben gerufen werden, der besondere kommunale Aktivitäten im Rahmen des Zusammenschlusses fördert. Zudem soll es einen EDM-bezogenen Kunstpreis für Fachschulen mit künstlerischem Zweig geben. Weitere Idee ist das Projekt: „Eine saubere Europaregion“. Hier könnten Erfahrungen aus erfolgreichen Umweltprojekten aus Vysočina einfließen, so Pacal. Und auch bestimmte Jahrestage sollen genutzt werden: „Wir werden uns zum Beispiel grenzüberschreitend etwas zum Tag der Sprache oder zum Tag der Senioren einfallen lassen.“ Ferner seien Bildungsreisen für Bürgermeister geplant, um die Regionen noch näher zusammenzubringen.
Pacal bezeichnete die EDM als „eine Einrichtung, an deren Erfolg ich glaube.“ Heinrich bestätigte er wie auch Ivana Stráská, Kreishauptfrau der Region Südböhmen, eine hervorragende Amtsperiode, bei der die Zusammenarbeit stets angenehm gewesen sei. Dem schloss sich auch Franz Meyer, Landrat des Landkreises Passau und Heinrichs Stellvertreter als Präsidiumsvorsitzender, an: „In Niederbayern ist sehr gut gearbeitet worden.“ Der scheidende Vorsitzende bezeichnete die vergangenen zwölf Monate als „eine spannende Zeit, in der viel auf den Weg gebracht worden ist.“ Als symbolisches Geschenk überreichte Heinrich an Pacal einen kleinen Apfelbaum mit sieben Zweigen, der die sieben Regionen symbolisieren soll und der zeigen soll, dass die Europaregion blühe und gedeihe. Bei einer Führung durch das größte BMW-Werk der Welt in Dingolfing erfuhren die faszinierten Gäste schließlich mehr über den Industriestandort Niederbayern.
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