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Katze3Hetzkampagne gegen Tierärztin in Pentling

Seit einigen Wochen ist eine Tierärztin und Inhaberin einer Tierpension aus Pentling einem sog. Shitstorm ausgesetzt. Auf Handzetteln, welche an alle Haushalte in Pentling verbreitet werden, und in Internetforen sowie in Facebook wird behauptet, die Tierärztin habe Katzen unterschlagen. Der Ärztin wird öffentlich unterstellt, sie arbeite mit der Tiermafia zusammen. Auch ist von „grauseligen“ Zuständen in der Praxis und „mehreren Anzeigen“ bei Gerichten, der Landestierärztekammer und dem Veterinäramt die Rede.
Was war passiert:

Im September kam Herr N. in die Tierarztpraxis um sich die Tierpension anzusehen, da er gedachte, seine Katzen, um die er sich wegen einer angeblichen Krankheit nicht kümmern könne, dort abzugeben. Einige Zeit später gab Herr N. Momo und Mimi in der Pfötchenpension zur Betreuung ab und wollte diese in 2 Wochen wieder abholen. Anstatt diese jedoch vereinbarungsgemäß wieder abzuholen, bat Herr N. die Tierärztin unter Zeugen, seine Katzen an Dritte weiter zu vermitteln. Er hatte zuvor vergeblich versucht, diese an zwei Studenten zu vermitteln. Auch über eine Anzeige bei eBay-Kleinanzeigen konnte Herr N. seine Katzen nicht an einen anderen Besitzer vermitteln. Die Tierärztin, welche seit Jahren tätig ist, fand innerhalb weniger Tage ein neues und liebevolles Zuhause für die beiden Katzen, wo sie sich heute noch befinden. Herrn N., den die Ärztin telefonisch darüber informieren wollte, konnte sie jedoch nicht erreichen. Daher hat sie sich an Frau B. gewandt, welche sich gegenüber der Tierärztin bereits im Vorfeld als Generalbevollmächtigte des Herrn N. ausgegeben hat. Frau B. schien jedoch mit der Weitervermittlung der Katzen gar nicht einverstanden zu sein und behauptete sehr aufgebracht, die Tierärztin habe die Katzen des Herrn N. unterschlagen. Sollte sie diese nicht wieder herausgeben, würde die Tierärztin ihr blaues Wunder erleben – sie würde dann überall verbreiten, die Tierärztin habe die Katzen unterschlagen.
Katze1Wenig später tauchten Frau B. und Herr N. in der Tierarztpraxis in Pentling auf und forderten lautstark die Herausgabe der Katzen, bezichtigten die Ärztin der Unterschlagung und drohten unter Zeugen mit großangelegten Kampagnen gegen die Tierärztin. Erst nach mehrmaliger Aufforderung und einem Anruf bei der Polizei hat Frau B., welche nach ihren dreisten Äußerungen von der Tierärztin Hausverbot erhalten hat, mit Herrn N. die Praxis wieder verlassen.
Damit hatte es jedoch nicht sein Bewenden und die ausgesprochenen Drohungen wurden in die Tat umgesetzt. Die Tierärztin musste wenige Tage später feststellen, dass von Herrn N. öffentlich auf Facebook und in Handzetteln verbreitet wird, sie habe seine Katzen unterschlagen. In einem klassischen Shitstorm haben daraufhin weitere Nutzer von Facebook, ohne auch nur ansatzweise die wahren Tatsachen zu kennen, unter anderem die unwahren Behauptungen aufgestellt, die Ärztin sei insolvent, es seien öfter Tiere bei ihr verschwunden und sie arbeite mit der Tiermafia und Tierversuchslaboren zusammen. In Pentling wurden Flugblätter verteilt, in denen die Tierärztin einer Tierunterschlagung bezichtigt wurde.
Dies konnte die Tierärztin, welche zu Recht um ihren guten Ruf fürchtet, nicht auf sich beruhen lassen, so dass sie zwei Regensburger Anwaltskanzleien mit der Vertretung in dieser Angelegenheit beauftragt hat. Gegen verschiedene Personen, welche unwahre und falsche Behauptungen aufgestellt haben, wurde umgehend Strafanzeige erstattet. Das Landgericht Regensburg hat Herrn N. umgehend mittels einstweiliger Verfügung unter Anordnung eines Ordnungsgeldes bis 250.000 Euro, ersatzweise Ordnungshaft bis zu 6 Monaten, verboten, die Behauptung aufzustellen oder zu verbreiten, die Tierärztin habe die Katzen des Herrn N. unterschlagen. Herr N. schien sich jedoch durch die gerichtliche Verfügung nicht wirklich beeindrucken lassen und hat weiter seine Behauptungen verbreitet, so dass Rechtsanwalt K. die Zahlung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 6.000 Euro bei Gericht beantragt hat.
Rechtsanwalt M. v. H. – Fachanwalt für IT-Recht – hat zeitgleich sämtliche Beweise der Beiträge im Internet gerichtsfest dokumentiert, weiter Strafanzeigen gegen die jeweiligen Personen der geschäftsschädigenden und unwahren Behauptungen gestellt und die Löschung der Einträge auf Facebook vornehmen lassen.
Da es wohl nun auch Herrn N. klar geworden ist, dass seine Hetzkampagne sehr teuer werden kann, wird nunmehr seit einigen Wochen über neue Facebook-Accounts versucht, die verqueren Ansichten das angeblichen Katzendiebstahls zu verbreiten, da nach wie vor weitere Postings im Internet zur Tierärztin auftauchen. Den Postern scheint dabei nicht bewusst zu sein, dass sie unter Umständen auch strafrechtlich verantwortlich gemacht werden können und auch zivilrechtliche Konsequenzen drohen.
Der Tierärztin, welche jeden Tag von ihren Kunden auf die Angelegenheit angesprochen wird, ist selbst an die Öffentlichkeit gegangen und hat auf ihrer Webseite eine Richtigstellung zu den Behauptungen sowie die gerichtliche Verfügung gegen Herrn N. veröffentlicht. Die Strafanzeigen werden derzeit noch von der Polizei und Staatsanwaltschaft bearbeitet. Die Landesärztekammer Bayern hat der Tierärztin zwischenzeitlich auf Anfrage ihres Rechtsanwalts M. v. H. mitgeteilt, dass keine Anzeigen oder Beschwerden gegen die Tierärztin vorliegen, in denen sie einer Unterschlagung von Tieren oder ähnlichen Verfehlungen bezichtigt wird.
Katze2Der Tierärztin bleibt die Hoffnung, dass sich die Angelegenheit wieder beruhigt und die unrühmliche Erkenntnis, dass sie sich mit dem Shitstorm in Gesellschaft unter anderem mit Michael Wendler, McDonalds, Henkel und Nestlé befindet.
Rechtsanwalt M. v. H. wird weiter täglich das Internet durchforsten, Beiträge löschen lassen und zum Leidwesen der Polizei Strafanzeigen erstatten.
Dem Streitobjekt, nämlich die Katzen Momo und Mimi geht es nach Aussagen der Tierärztin in ihrem neuen Zuhause sehr gut.