Dokumentationsfilm über ein tabuisiertes Thema der NS-Zeit

Der BR-Journalist Thomas Muggenthaler hat mit dem Buch „Verbrechen Liebe“ ein besonders tabuisiertes Thema der NS-Zeit aufgegriffen und nach sorgfältiger Recherche veröffentlicht. In seinem Buch werden Schicksale von polnischen Zwangsarbeitern in Niederbayern und Oberpfalz dokumentiert, die eine Liebesbeziehung zu deutschen Frauen hatten und deswegen in Konzentrationslager kamen oder hingerichtet wurden.

auschwitz
„Polen waren Slawen und für die Nazis rassisch minderwertig. Bei gemeinsamer Feldarbeit kamen sich Zwangsarbeiter und einheimische Mädchen näher. Das Ergebnis war nicht selten eine Liebesgeschichte. Oft wegen Schwangerschaft entdeckt, bezahlten beide für ihre Liebe fürchterlich. Die Frauen wurden fast immer in das Frauen-KZ Ravensbrück verschleppt. Die meist polnischen Männer kamen entweder ins KZ oder wurden in der Nähe der Dörfer erhängt, in denen sie gearbeitet hatten. BR-Autor Thomas Muggenthaler hat im Staatsarchiv Amberg einen Akt gefunden, der allein in Niederbayern und der Oberpfalz 22 Hinrichtungen dokumentiert.“ (Quelle: Pressemitteilung des BR)
Zusammen mit Andrea Mozellin erstellte Thomas Muggenthaler einen Dokumentationsfilm zum Buch. Der Film, der nicht nur vom Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, zeigt anhand von Interviews mit betroffenen Frauen eine sachliche und einfühlsame Dokumentation dieses dunklen Kapitels der NS-Zeit auf.
Vorgeführt wird der Dokumentationsfilm, nicht nur für Eltern der Schülerinnen und Schüler, sondern für alle Interessierten, am 10. Mai 2016 in der Aula der Angrüner-Mittelschule Bad Abbach. Beginn ist um 19:00 Uhr. Moderiert wird der Abend von Prof. Dr. Walter Koschmal. Besteht nach der Filmvorführung Diskussionsbedarf, wird der Moderator zur Verfügung stehen. Thomas Muggenthaler ist ebenfalls bei der Filmvorführung anwesend und steht für Fragen zu seinem Buch und dem Film zur Verfügung.
Der Eintritt ist frei. Es wird jedoch um telefonische Voranmeldung unter der Nr. 09405-95010 gebeten.