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Ruth Müller, MdL tritt für die Landkreis-SPD als Landratskandidatin an
v.l.: Johann Sarcher, Franz Göbl, Gerhard Babl, MdL Ruth Müller, Arno Wolf, Sebastian Hutzenthaler, Siegfried Kaschel (Foto: SPD-Landkreis Landshut)v.l.: Johann Sarcher, Franz Göbl, Gerhard Babl, MdL Ruth Müller, Arno Wolf, Sebastian Hutzenthaler, Siegfried Kaschel (Foto: SPD-Landkreis Landshut)
Die Landkreis-SPD geht geschlossen und entschlossen in die Kommunalwahl im März 2020 – soviel wurde bei der Aufstellungskonferenz der Landratskandidatin am Donnerstagabend in Neufahrn in der Fabrik-Halle Danzer deutlich. Neben 30 von 33 Delegierten waren auch zahlreiche SPD-Mitglieder, Gäste und Unterstützer erschienen, um die Nominierungsversammlung zu verfolgen.
An den Wurzeln der Sozialdemokratie
Die Begrüßung übernahm noch die Kreisvorsitzende Ruth Müller, MdL und begann mit einem 2.500 Jahre alten Zitat des griechischen Staatsmanns Perikles: „Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger“. Sich für die eigene Kommune zu interessieren, bedeute aber auch, Verantwortung zu übernehmen und den Willen zum Gestalten zu haben. Den ungewöhnlichen Ort – eine Fabrikhalle in Neufahrn – habe man auch deshalb gewählt, weil es hier zum einen mit Peter Forstner einen SPD-Bürgermeister gebe. Und weil diese Fabrikhalle zum den Wandel in der Arbeitswelt symbolisiere, gleichzeitig aber auch daran erinnere, wo die Sozialdemokratie ihre Wurzeln habe: Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, für deren Rechte die SPD seit jeher kämpfe. Sei es bei der Gestaltung der Arbeitszeit, bei Krankheit oder im Alter. „Für uns zählt es nicht, wo ein Mensch herkommt, welche Religion oder Hautfarbe er hat, sondern für uns zählt, wo ein Mensch hin will“, machte Müller deutlich.
Das sei auch eine Frage der politischen Entscheidungen vor Ort, führte Müller aus: „Denn Chancengerechtigkeit beginnt bei einer guten medizinischen Begleitung einer Geburt, entscheidet sich an Bildungsangeboten in der Gemeinde, an Arbeitsmöglichkeiten und ÖPNV-Verbindungen, beinhaltet Kultur- und Freizeitangebote und vergisst auch die Senioren nicht, die ihren Lebensabend heimatnah verbringen können.“
Als Versammlungsleiter wurde stellvertretender Kreisvorsitzender Peter Forstner bestimmt, ihm zur Seite standen im Präsidium Sebastian Hutzenthaler und Kim Seibert, sowie Sibylle Entwistle als Schriftführerin. Der UB-Vorsitzende Vincent Hogenkamp sowie der Bürgermeister aus Buch am Erlbach, Franz Göbl sprachen in ihren Grußworten über die vielfältigen Aufgaben eines Kommunalpolitikers.

Erfahren, bekannt und geschätzt
Dem Fraktionsvorsitzenden der SPD im Kreistag, Sebastian Hutzenthaler oblag es dann auch, den Vorschlag des SPD-Kreisvorstands für die Landratskandidatur zu erläutern: „An der Spitze des Landkreises müsse eine Persönlichkeit stehen, die den Landkreis kenne und die die Bürgerinnen und Bürger bereits kennen. Und eine kommunalpolitische Grundausbildung müsse vorhanden sein, um Zusammenhänge zu verstehen und Entscheidungen zu treffen“, so Hutzenthaler. Zuhören können, auf die Menschen zugehen und miteinander zu vernetzen, sei wichtig. Mit Ruth Müller habe man eine Abgeordnete, die erfahren und bestens bekannt ist und auch in vielen ehrenamtlichen Funktionen tätig ist und besondere Charaktereigenschaften wie Zuverlässigkeit, Fleiß, Humor und einen wertschätzenden Umgang mitbringe und deshalb bestens für das Amt der Landrätin geeignet wäre.

Die Demokratie und Freiheit verteidigen und bewahren
Müller, die seit nahezu zwölf Jahren Vorsitzende der SPD im Landkreis Landshut ist, ist den Genossen insofern bestens bekannt. Dennoch gab es an diesem Abend die eine oder andere Überraschung, denn die vorgeschlagene Landratskandidatin wurde in einem flotten Interview von der Journalistin Bianca Marklstorfer zu den verschiedensten privaten und politschen Themen befragt. So erhielten die Gäste des Abends einen kurzweiligen Eindruck, was den Menschen Ruth Müller im Leben geprägt hat und ausmacht: Politisiert sei sie durch den Mauerfall geworden, denn „da ist mir bewußt geworden, was für ein Geschenk die Demokratie und die Freiheit ist und dass es nicht überall selbstverständlich ist“, so Müller. Mit 22 Jahren habe sie im Jahr 1990 zum ersten Mal für den Kreistag kandidiert und ist seit 1996 Kreisrätin im Landkreis Landshut – im übrigen länger als manch anderer Bewerber um dieses Amt.
Sebastian Hutzenthaler, Gerhard Babl, MdL Ruth Müller, Peter Forster (Foto: SPD-Landkreis Landshut)Sebastian Hutzenthaler, Gerhard Babl, MdL Ruth Müller, Peter Forster (Foto: SPD-Landkreis Landshut)
Ehrenamtlich engagiert und familiär geprägt
Durch ihre ehrenamtliche Arbeit in den 1980er Jahren im Rettungsdienst habe sie auch erlebt, wie wichtig ein Krankenhaus vor Ort sei und trete deshalb seit nahezu einem Vierteljahrhundert für den flächendeckenden Erhalt der medizinischen Versorgung ein. Als Evangelische in Niederbayern habe sie als Kind erfahren, wie trennend Religion sein kann, aber dann später über die Arbeit in der KLJB erfahren, dass das Interesse an der Kirche ein verbindendes Element sein kann. Auf die Frage nach Vorbildern antwortete Müller als Sozialdemokratin erwartungsgemäß mit „Willy Brandt“, betonte aber, dass es durchaus auch familiäre Vorbilder gebe: So seien ihre beiden Großmütter sehr unterschiedlich gewesen – die eine aus Niederbayern und katholisch und die andere aus Schlesien und evangelisch. Die Wirren und die Schrecken der beiden Weltkriege hätten in beiden Familien Wunden hinterlassen und jede der beiden Großmütter hätte genügend Gründe gehabt, mit ihrem Schicksal zu hadern und dennoch hätten beide immer nach vorne geschaut und versucht, das neue Leben gut zu leben. „Ein bisschen stolz sei sie schon, dass sich nun auch der 20jährige Sohn Felix im März 2020 für die Kommunalwahlen
aufstellen lassen will“, so Müller. Das sei nicht selbstverständlich, dass sich die Leidenschaft für das Einbringen vor Ort vererbe.
Woher sie selbst die Leidenschaft für die Politik nach so vielen Jahren hernehme, wollte Bianca Marklstorfer wissen. „Das liegt an den Themen, die sich verändern“, so Müller. Und an den vielen wunderbaren Menschen, die man in dieser langen Zeit kennengelernt habe und die sich so oft sinnstiftend und gemeinwohlorientiert für die Gesellschaft einbringen. Die Zeiten verändern sich und gerade jetzt stehe man wieder vor einem Umbruch, der viele Lebens- und Arbeitsbereiche betreffen werde“, so Müller. Umso wichtiger sei es, mit Zuversicht an die Herausforderung heranzugehen und eine neue Zeit positiv zu gestalten, damit die Menschen im Landkreis Landshut hier Heimat behalten und finden.

Am Ende der Vorstellung gab es ein eindeutiges Votum für Ruth Müller als Landratskandidatin: Bei lediglich zwei Enthaltungen wurde Müller mit 28 Ja- Stimmen von ihren Genossinnen und Genossen als die Spitzenfrau für die Kommunalwahl 2020 im Landkreis Landshut bestätigt. Und neben den obligatorischen Blumen hatten ihre Stellvertreter Peter Forstner, Gerhard Babl und Sebastian Hutzenthaler gleich einen ersten Plakatentwurf für die Landratskandidatin als Überraschung im Gepäck, der bei vielen Fotos für die social-Media-Kanäle der Landratskandidatin gleich zum begehrten Fotomotiv für die SPD-Mitglieder des Landkreises Landshut wurde.