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Reha-Klinik Passauer Wolf unterstützt mit „Überlauf-Einrichtung“
v.l.: Hans-Martin Linn, Landrat Martin Neumeyer, Jürgen Königer, Dr. Ute Mann, Prof. Dr. Michael Reng und Dr. Dagmar Meinung  (Foto: Franziska Königer)
Am Sonntag (20.12.2020) wurde eine sog. „Überlauf-Einrichtung“ am Passauer Wolf in Bad Gögging in Betrieb genommen. Der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordination im Rettungsdienstbereich Landshut, Jürgen Königer, hat aufgrund der angespannten Bettenkapazitäten unter anderem in den beiden Landkreis-Kliniken die dringende Empfehlung für die Bereitstellung dieser „Übergangskrankenhaus“ ausgesprochen. Eine entsprechende Anordnung wurde dafür vom Landratsamt Kelheim am 19.12.2020 erlassen.
Bei den Patienten, die nach Bad Gögging verlegt werden, handelt es sich um COVID-19-positive Patienten oder sich noch in Quarantäne befindliche Patienten, deren akutmedizinische Versorgung im Krankenhaus abgeschlossen ist, die aber aus Gründen von anderweitiger Quarantäne, Aufnahmestopp oder Personalüberlastung nicht in ihre Alten- oder Pflegeheime oder in ihr häusliches Umfeld entlassen werden können. Die damit frei werdenden Betten stehen so umgehend weiteren Covid-19-Erkrankten oder Notfallpatienten in den Akutkliniken wieder zur Verfügung.
Die pflegerische und medizinische Versorgung für diese Patienten ist in einem definierten Rahmen, der den zuweisenden Kliniken bekannt ist, in Bad Gögging sicher gestellt.
Aktuell befinden sich 9 Patienten in der Überlauf-Einrichtung, dies bedeutet laut Jürgen Königer bereits eine spürbare Entlastung für die stationären Kapazitäten und das Personal an den Akutkliniken. Die Kapazität der Covid-Station im Passauer Wolf beträgt aktuell 15 bis 20 Patienten, eine Erhöhung auf 41 bei Bedarf ist vorgesehen. Für die Versorgung der Patienten greift der Passauer Wolf auf eigenes Personal zurück. Es sind sogar eigens hierfür Mitarbeiter aus den Bereichen Pflegedienst und Medizin aus dem Urlaub zurückgekehrt. Daneben hat die Geschäftsleitung der Römerbadklinik einige Pflegekräfte zur Verfügung gestellt.
„Mit dem derzeit zur Verfügung stehenden Personal ist ein weiterer Ausbau der Station nicht möglich. Wir würden die Akutkliniken in der Region gerne noch mehr unterstützen, sind aber auf externe personelle Unterstützung angewiesen“ erläutert Hans-Martin Linn, Geschäftsleiter des PASSAUER WOLF Bad Gögging und ergänzt: „Wir versorgen in der Fachklinik und im Reha-Zentrum weiterhin mehr als 150 schwer betroffene geriatrische und neurologische Patienten, die gleichsam hochfrequent medizinisch und pflegerisch betreut werden müssen. Damit sind wir auch in diesem Bereich ein wichtiger Entlastungspartner für die Akuthäuser in der Region.“
„Daher benötigen wir vor allem noch Pflegefach-, Pflegehilfskräfte oder Ärzte aus den Bereichen Innere oder Allgemeinmedizin“, sagt Jürgen Königer. Wer helfen kann und möchte, kann sich per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.
Zum heutigen Zeitpunkt sind im Landkreis Kelheim keine weiteren Übergangskliniken oder vergleichbare Einrichtungen vorgesehen. Falls erforderlich, werde man die Kapazitäten im Passauer Wolf erhöhen, sofern die personellen Ressourcen vorgehalten werden können.
Aktuell werden in jedem Rettungsdienstbereich in Niederbayern entsprechende Einrichtungen aufgebaut.
Landrat Martin Neumeyer: „An dieser Stelle möchte ich mich bei der Geschäftsführung der Passauer Wolf für diese großartige Unterstützung bedanken. Bereits im Frühjahr bei der ersten Corona-Welle war der Passauer Wolf ein verlässlicher Partner zur Unterstützung unserer Landkreis-Kliniken. Das ist insbesondere wegen der erheblichen ökonomischen Risiken für ein mittelständisches privates Unternehmen nicht selbstverständlich.“

Sonja Endl

Pressestelle