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Im Rahmen des Eh-da Flächenprojekts „Hier wächst Wildnis“ entsteht in Neustadt a. d. Donau ein neuer Insektenlebensraum durch die Neuansaat mit einem speziellem Saatgut:

v.l.: ILE Umsetzungsbegleitung Michaela Powolny, Bürgermeister Thomas Memmel (Neustadt a.d.Donau), Landwirt Theodor Sendtner (Hienheim) und VöF-Geschäftsführer Klaus Amann (Foto: Monika Hummel)v.l.: ILE Umsetzungsbegleitung Michaela Powolny, Bürgermeister Thomas Memmel (Neustadt a.d.Donau), Landwirt Theodor Sendtner (Hienheim) und VöF-Geschäftsführer Klaus Amann (Foto: Monika Hummel)
Es handelt sich ausschließlich um Samen aus heimischen, sogenannten autochthonen Beständen. Um die Aussaat von autochthonem Saatgut zu ermöglichen, waren im Vorfeld einige Arbeiten nötig. Diese Vorarbeiten koordiniert Michaela Powolny, die ILE-Umsetzungsbegleitung für Eh-da Flächen, in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Kelheim VöF. So musste zunächst eine geeignete Spenderfläche zur Beerntung gefunden werden um Saatgut mit dem sogenannten „ebeetle“ zu ernten. Dabei handelt es sich um ein wildkrautschonendes Verfahren um Samen zu gewinnen. Der ebeetle wird per Hand über die Fläche geschoben und die rotierenden Bürsten auf der Unterseite des Geräts befördern Samen in einen Auffangbehälter. „Geeignete Spenderflächen sind vegetationsökologisch hochwertige Flächen mit einem guten Samenpotential. Spender- und Empfängerflächen benötigen für einen guten Übertragungserfolg ähnliche Eigenschaften“, so Klaus Amann, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Kelheim. Nach der Beerntung wurden die Samen bis zum Aussaattermin zwischenzeitlich fachgerecht getrocknet und gelagert. Nach der Saatbeetvorbereitung wurde das Saatgut jetzt bei guten Bedingungen ausgebracht. Heimische Wildkräuter werden an der Bad Gögginger Straße die Besiedelung mit heimischen Insekten befördern. Die Biologin Michaela Powolny freut sich: „Auch die kleinen Flächen sind wertvoll für Insekten. Wir müssen gegenüber dem allgemeinen Rückgang der Insekten gezielte Maßnahmen ergreifen, die Stadt Neustadt geht hier beispielhaft voran.“ Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel: „Wir haben als Kommune beim Thema Insektenschutz Vorbildfunktion und eine hier auch eine besondere Verantwortung. Deshalb haben wir in Neustadt und den umgebenden Gemeinden mittlerweile fünf Flächen im Eh-da-Projekt. Ein schöner Begleiteffekt ist zudem, dass heimisches Saatgut keine langen Transportwege hinter sich hat und damit das Projekt auch ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz ist.“
 
Hintergrund:
Eh-da Flächen sind kommunale Flächen die „eh da“ sind und weder landwirtschaftlich noch naturschutzfachlich genutzt werden. Das Projekt wird vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern (ALE) und der Regierung Niederbayern gefördert, fachlich von den zuständigen Fachbehörden (Höhere Naturschutzbehörde, Untere Naturschutzbehörde) begleitet und gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Kelheim VöF umgesetzt.
 
 
Michaela Powolny
MSc. Biologie/Projektmanagerin Eh-da Flächen
Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V.
Donaupark 13
93309 Kelheim
Tel: 09441/2077327
Website: VöF
Website: Eh-da Flächen
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