17 erfolgreiche Absolventen aus ganz Deutschland

Von der Geldbörse über den Pferdesattel bis zum Pkw-Sitz: Beim Beruf Sattler und Feintäschner dreht sich alles rund ums Leder. Dass ihre Fähigkeiten sogar meisterlich sind, haben nun 17 Sattler im niederbayerischen Mainburg bewiesen. Der Meisterkurs der Sattler-Innung Südbayern im Bundesfachzentrum in Mainburg ist der bundesweit einzige Vollzeitkurs für diese Berufsgruppe. Prüflinge aus ganz Deutschland erwarben dort innerhalb von drei Monaten theoretische und praktische Fachkenntnisse und stellten sich der Meisterprüfung in ihrem jeweiligen Fachgebiet.
Im Bereich Reitsportausrüstung präsentierten die Prüflinge ihre Meisterstücke erstmals an einem Modellpferd. Neben verschiedenen Sätteln zählte auch ein Zuggeschirr, das sogenannte Kummet (vorne links), zu den Ergebnissen. Es gratulierten Prüfungsausschussvorsitzender Martin Kessel (ganz hinten) sowie die Prüfungsausschussmitglieder Friedrich Weiß (3. Reihe, 2. v. re.) und Leonhard Rau (3. Reihe, 1. v. re.). (Foto: Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz)
Umfangreiches Wissen und Können gefordert
Die Meisterschüler perfektionierten ihre Kenntnisse unter anderem in den Bereichen Innenausstattung und Planung, Lederkunde und Klebetechnik, Polstern und Beschläge, Sitzelektrik und Airbag. Außerdem standen die Themen Kalkulation, technisches Zeichnen, Auftragsabwicklung, Betriebsführung, Sattelkunde und Pferde-Anatomie auf dem Stundenplan. Art und Design ihres Meisterstücks für den praktischen Teil der Prüfung wählten die Teilnehmer selbst. Nach der Genehmigung durch den Prüfungsausschuss erarbeitete jeder Jungmeister in insgesamt 36 Arbeitsstunden in einem festgelegten Ablaufplan ein absolutes Unikat unter Aufsicht eines Schaumeisters. Neben einer Freihandzeichnung fertigte jeder Prüfling zudem eine Kalkulation und ein Kundenangebot an.
Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Martin Kessel gratulierte den Absolventen. „Als Meister sind Sie nun Profis in einer Nischenbranche mit hohem Kaufkraftpotential. In Zeiten niedriger Zinsen boomt der Oldtimermarkt und auch der Reitsport erlebt in Deutschland seit Jahren einen Aufschwung." Zwar besteht im Sattler- und Feintäschnerhandwerk längst keine Notwendigkeit mehr, die Meisterprüfung abzulegen, um sich selbstständig zu machen. „Trotzdem ist der Meisterkurs die einzige Chance für tiefgreifende Wissensvermittlung erfahrener Sattlermeister an junge Gesellen“, zeigte sich Martin Kessel überzeugt. Vielleicht mit ein Grund dafür, dass sich immer mehr Teilnehmer aus ganz Deutschland für den Besuch des Meisterkurses in Mainburg entscheiden.

Beruf mit aussichtsreichen Perspektiven
Insgesamt hat das Berufsfeld Sattler und Feintäschner drei Fachrichtungen: Fahrzeugsattler stellen neben Lederbezügen für Fahrzeugsitze auch komplette Autoinnenausstattungen und Cabrioverdecke her. Reitsportsattler haben sich auf die Produktion von Reitsportartikeln wie Sattel, Zügel und Geschirr spezialisiert. Die dritte Berufsgruppe, die Feintäschner, stellen Taschen, Beutel und Koffer aus Leder oder Kunstleder her. Voraussetzung für diesen Beruf sind mathematische Kenntnisse, Kreativität, Fingerspitzengefühl, technisches Verständnis und die Vorstellungskraft, wie man zweidimensionale Zuschnitte für dreidimensionale Objekte herstellt. Die Karriereaussichten für Sattler und Feintäschner sind vielversprechend.

Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz
Martin Kessel
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