Logo Polizei Niederbayern (Foto: br-medienagentur)Polizei Niederbayern – Was hat sich seit Corona verändert

STRAUBING/NIEDERBAYERN. Spätestens seit der Verkündung der Ausgangsbeschränkung hat sich der polizeiliche Alltag grundlegend verändert. Kontroll- und Überwachungstätigkeiten im Zusammenhang mit der Allgemeinverfügung dominieren das Tagesgeschehen. Die Corona-Krise bestimmt nunmehr seit etwa einer Woche das Tagesgeschehen der niederbayerischen Polizei. Tägliche Telefon- und Videokonferenzen zur aktuellen Lage, Grenzkontrollen, Überwachung der Allgemeinverfügung -der Polizeialltag hat sich gänzlich verändert. Allgemeingültige Aussagen zur Kriminalitätsentwicklung sind derzeit zwar noch nicht möglich, aber die Polizei zieht eine erste Bilanz zur Tendenz der letzten Wochen.
Verkehrsunfallaufkommen und Kriminalitätsentwicklung:
Seit Anfang März ging das Anzeigenaufkommen in Niederbayern um knapp 20% zurück. Besonders im Bereich der Straßenkriminalität, Diebstahls- und Gewaltkriminalität sind deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Prozentual gingen einzelne Deliktsbereiche um mehr als 30% zurück. Dagegen gab es bislang keine signifikanten Anstiege bei anderen Deliktsbereichen. Besonders auffällig ist der rapide Einbruch der Verkehrsunfallzahlen. Hier kann deutlich festgestellt werden, dass das Verkehrsaufkommen und daraus resultierend die Zahl der Verkehrsunfälle deutlich abgenommen hat. „Wurden an einem normalen, ruhigen Tag etwa 100-120 Verkehrsunfälle aufgenommen, hatten wir im Laufe der Woche täglich nur etwa 40-50 Unfälle. Zumindest bei der Verkehrsunfallstatistik wirkt sich Corona also sehr positiv aus“, sagt Pressesprecher Maximilian Bohms.

Allgemeinverfügung und Ausgangsbeschränkung:
Seit Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkung hat die Polizei Niederbayern rund 350 Verstöße (Stand 27.03.2020) zur Anzeige gebracht. Da es sich überwiegend um Kontrollverstöße handelt, ist ein räumlicher Schwerpunkt kaum auszumachen. Dort wo die Inspektionen mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei intensiv kontrollieren können, fallen auch die meisten Verstöße an. Täglich werden etwa 1.500 Kontrollen durchgeführt. Diese Kontrollen umfassen alle Aspekte der Allgemeinverfügung, also nach wie vor auch Gastronomiebetriebe und Einzelhandelsgeschäfte. Der Fokus liegt seit vergangenem Wochenende aber klar auf der Ausgangsbeschränkung. Insbesondere im Gastrobereich werden mittlerweile kaum noch Verstöße festgestellt. Auch an die Ausgangsbeschränkung hält sich der Großteil der Bevölkerung. Bei über 1,2 Millionen Einwohnern in Niederbayern, werden täglich etwa 60-70 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung festgestellt. Dementsprechend handelt es sich zwar um einen sehr kleinen Anteil, nichtsdestotrotz können auch die wenigen Verstöße zur weiteren Verbreitung des Virus beitragen. Daher appelliert die Polizei weiter an die Vernunft und Einsicht der Bevölkerung. Solange die Beschränkungen gelten, wird die Polizei weiterhin konsequent Verstöße unterbinden und verfolgen. Insbesondere in Anbetracht der vorhergesagten frühsommerlichen Temperaturen am Wochenende, hofft die Polizei auf gegenseitige Rücksichtnahme in der Bevölkerung.

Ihre Polizei Niederbayern baut auf Ihre Unterstützung!
Halten Sie sich an die Ausgangsbeschränkungen und suchen Sie nicht nach Schlupflöchern, um den Beschränkungen zu entgehen! Das gesamtgesellschaftliche Ziel muss sein, Infektionsketten zu unterbrechen und Infektionsrisiken zu minimieren, um so die Infektionswelle abzuflachen. Jeder einzelne kann durch sein individuelles Verhalten sein Möglichstes dazu beitragen. In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf die Problematik der „Ausflüge“ hinweisen. Grundsätzlich sollen Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten im unmittelbaren Umfeld des Wohnorts stattfinden. Auf Besuche verschiedenster Ausflugsziele, wie Gipfel im bayerischen Wald oder Seen in ganz Bayern, soll möglichst verzichtet werden. Wenn Sie grundsätzliche Fragen zur Ausgangsbeschränkung haben, können Sie sich im Internet informieren. Wir empfehlen staatliche Info-Portale wie die Homepage des Bayerischen Staatsministerium des Innern (www.stmi.bayern.de). Dort finden Sie in den FAQs verschiedenste Fragen und Antworten zur Ausgangsbeschränkung.

Den Polizeinotruf 110 bitten wir für Notfälle freizuhalten. Nachfragen zur Ausgangsbeschränkung oder Hinweise auf Verstöße gegen die Abstandsregeln sind nicht über 110 an die Polizei heranzutragen.

Polizeipräsidium Niederbayern, Pressesprecher, Maximilian Bohms, POK


Polizeiinspektion Kelheim
Eine Person bei Verkehrsunfall leicht verletzt
SAAL A. D. DONAU (LKRS. KELHEIM) Fahrradfahrerin nach Sturz leicht verletzt
Am 26.03.2020, gegen 17:30 Uhr fuhr eine 82jährige Dame mit ihrem Fahrrad über den Bahnübergang in der Regensburger Str.. Hierbei verhakte sich ein Fahrradreifen in einer Schiene der Bahngleise, so dass sie stürzte. Von dem Sturz zog sie sich mehrere Schürfwunden im Gesicht zu. Die Frau wurde zur Erstversorgung in die Goldbergklinik verbracht. An dem Fahrrad entstand kein Sachschaden.
Diebstahl eines Blaulichts
KELHEIM Unbekannter entwendet mobiles Blaulicht
Am 26.03.2020, zwischen 06:05 Uhr und 08:05 Uhr entwendete ein bisher unbekannter Täter das mobile Blaulicht von einem Dienst-Pkw des BRK. Das Fahrzeug parkte auf dem Parkplatz des BRK. Der unbekannte Täter durchtrennte das Kabel und nahm das Blaulicht an sich.
Zeugenhinweise zu diesem Diebstahlsdelikt nimmt die Polizeiinspektion Kelheim unter 09441/5042-0 entgegen.
Versuchte Callcenterbetrügereien
NEUSTADT A. D. DONAU und LANGQUAID (LKRS. KELHEIM) Betrugsversuche durch falsche Polizeibeamte und Gewinnversprechen
Am 26.03.2020, gegen 11:40 Uhr rief ein unbekannter Mann bei einer Seniorin aus Neustadt a. d. Donau an. Er stellte sich bei ihr als „Polizeihauptwachtmeister Biersack“ vor. Die ältere Dame durchschaute die Masche jedoch sehr schnell und legte gleich wieder auf. Zu einer Vermögensschädigung kam es somit nicht.
Ein weiterer Fall des Callcenterbetrugs ereignete sich ebenfalls am 26.03.2020. Hierbei wurde eine Seniorin aus Langquaid angerufen. Die unbekannte Anruferin erzählte der älteren Dame, dass sie angeblich bei einem Gewinnspiel etwas gewonnen hätte. Deshalb bräuchte sie nun ihre Bankdaten. Auch hier misstraute die Angerufene ihrer Gesprächspartnerin und legte wieder auf, so dass es zu keiner Vermögensschädigung kam.
HINWEIS: Bei dieser Art von Anrufen handelt es sich um organisiert vorgehende Betrugsbanden, welche in Callcentern im Ausland sitzen und durch geschickte Gesprächsführung versuchen an das Geld zumeist älterer Menschen zu gelangen. Die PI Kelheim warnt in diesem Zusammenhang vor obigen Betrugsmaschen!!! Angehörige von älteren Menschen werden gebeten, mit ihren Familienangehörigen über diese Betrugsformen zu sprechen.

Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung
KELHEIM Geburtstagsfeier aufgelöst
Am 26.03.2020, gegen 22:30 Uhr fand in der Wohnung einer 34-Jährigen eine Geburtstagsfeier mit drei weiteren Personen statt. Bei diesen Personen handelte es sich um Freunde, welche nicht mit der 34-Jährigen in der Wohnung leben. Obwohl den Personen die Bestimmungen der Ausgangsbeschränkung bewusst waren trafen sie sich zum Feiern. Alle vier erwartet nun eine Ordnungswidrigkeitenanzeige.
Werner Sitterli, PHK